Core Banking Expertise» im Zeitalter der Digitalisierung

Programm Management Office - andrion ag

Braucht es «Core Banking Expertise» im Zeitalter der Digitalisierung überhaupt noch?

Die Antwort ist so einfach wie klar!
Digitalisierung ersetzt bankfachliche Kompetenz nicht.

Core Banking Expertise umfasst sämtliche fachlichen Funktionen, Bank-Produkte und Geschäftsprozesse, welche für die Erbringung der grundsätzlichen Bankdienstleistungen notwendig sind.

Unabhängig von der Produktegestaltung oder der verwendeten Finanz-Technologie in der Kunde-Bank-Interaktion müssen alle Basisdienstleistungen fachlich kompetent, umfassend, regulatorisch konform und rationell erbracht werden.

Beispiel 1: Kunde kommt in die Bank und will eine Geschäftsbeziehung eingehen

Mit diesem Schritt wird der Grundstein für jegliche weitere Aktivität in der Beziehung zwischen Kunde und Bank gelegt. Es ist daher von grösster Bedeutung, dass dieses erste Zusammentreffen richtig aufgegleist wird.

Hier gilt es die folgenden Punkte einzuhalten:

Regulatorien
Soweit wie irgend möglich, sollten alle bekannten regulatorischen Anforderungen direkt bei der Kundeneröffnung abgedeckt werden.
Punkte wie KYC, AIA, PEP, US Person sind heute eine Selbstverständlichkeit.

Wer denkt aber an Punkte wie

  • MIFID II
  • Basel IV
  • Datenschutz / DSGV

bei der Anlage des Kunden?Wer denkt an die Partner-Struktur?
Ist sichergestellt, dass bei der Anlage einer neuen Kundenbeziehung verifiziert wird, ob der (potenzielle) Kunde bereits eine andere Beziehung mit der Bank hat? Beispielsweise verlangt AIA, dass eine Person nur einmal rapportiert wird – unabhängig von der Anzahl der Vertragsbeziehungen, welche diese Person mit einer Bank hat.

Was muss ich vom Kunden wirklich wissen?
Heute werden möglichst viele Informationen über den Kunden erfragt und abgespeichert. Mit den neuen Datenschutzgesetzen – ab 25. Mai der EU-DSGVO; in der Schweiz selbst ist spätestens 2020 mit der Einführung verschärfter Vorgaben zu rechnen – wird es von zentraler Bedeutung sein, dass solche Daten vom ersten Moment an gesetzeskonform geführt werden und dass keine «nicht erlaubten» Informationen gespeichert werden.

Wo werden welche Information systemmässig geführt?
Da zum Zeitpunkt der Beziehungseröffnung nicht vollständig klar ist, welche Produkte oder Dienstleistungen der Kunde über die Zeit bezieht, muss sichergestellt sein, dass die Informationen auch allen potentiellen Systemen zur Verfügung stehen.

Es nützt wenig, wenn Informationen über modernste Kanäle und Tools ermittelt werden, diese aber der Core-Banking-Plattform dann nicht zur Verfügung stehen.

Somit muss immer klar sein, für welche Produkte oder Prozesse diese Informationen notwendig sind und wie letztere abgewickelt werden. Wenn das bekannt ist, weiss man auch, wo welche Informationen wie verfügbar sein müssen.

Hier zeigt sich deutlich die Wichtigkeit, ja sogar die Unverzichtbarkeit des fachlichen Wissens in Core-Banking-Funktionen auf. Was am Anfang nicht korrekt, umfassend und einheitlich erfasst wird, beeinträchtigt unweigerlich die Folgeprozesse. Die Lücken erst dann zu schliessen, wenn sie Probleme bereiten, ist aufwendig und teuer. Die nachfolgenden Bespiele demonstrieren, dass der Einsatz von modernsten Technologien das fachliche Wissen nicht ersetzen kann. Im Gegenteil: Das Fachwissen ist essentiell für den erfolgreichen Einsatz von digitalen Technologien.

Beispiel 2 – Corporate Action

Laufend werden neue, für einzelne Kundengruppen massgeschneiderte Finanzinstrumente entwickelt. Diese Produkte verbinden häufig eine Vielzahl von Instrumenten, um möglichst gut auf die Bedürfnisse des Kunden abgestimmt zu sein. Leider geht im Normalfall vergessen, dass mit der Kumulation von Instrumenten die Basisfunktion der Wertpapierverwaltung massiv beeinflusst wird.

Um Wertpapiere rationell und somit kostengünstig verwalten zu können, ist es von zentraler Bedeutung, dass die Papiere möglichst an wenigen Orten aufbewahrt werden.

Je mehr Parteien in die Verwahrung involviert werden, desto aufwendiger wird z.B. die korrekte und rationelle Verarbeitung von Corporate Actions.

Es gilt daher bereits bei der Gestaltung der Anlage-Instrumente zu bedenken, was die Konsequenzen für die nachgelagerte, oftmals mehrjährige Verwaltung des Instruments sind.

Beispiel 3 – Wertschriften-Transfers

Unter Verwendung der neuen Technologien wie Blockchain ist es heute möglich, einen Titeltransfer T+0 in Sekunden abzuwickeln. Erste Transaktionen waren in diesem Rahmen bereits erfolgreich.
Wie sieht es aber aus, wenn aus diesem Transfer nicht nur eine Titel- und Geldbewegung erfolgen, sondern auch noch eine Ein- oder Austragung im Aktienregister gemacht werden muss? Wann ist diese Transaktion wirklich abgeschlossen? Beim erfolgreichen technischen Abschluss in der Blockchain oder doch erst, wenn auch die dazugehörende Ein- und Austragung im Aktienregister erfolgt ist?

Die aufgeführten Bespiele sind nur ein kleiner Ausschnitt aus allen Funktionen, Prozessen und Aktivitäten, welche im Rahmen des Core Bankings zu erbringen sind. Trotzdem zeigen sie klar auf, dass das bankfachliche Kerngeschäft unabhängig von dem Kundenangebot und der gewählten Technologie den entscheidenden Faktor in der Wertschöpfungskette bildet. Fundiertes und umfassendes Fachwissen kann nicht durch Technologie ersetzt werden. Respektive sind die umgesetzten Funktionen immer nur so gut, wie die fachlichen Inputs technisch umgesetzt werden.

Mit der Digitalisierung werden für immer spezifischere Produkte und Angebote individuell zugeschnittene Kanäle und Anwendungen für die Kunden zur Verfügung gestellt. Dies meist ohne Berücksichtigung, wie die Basisfunktionen (Core Banking) anschliessend wieder umfassend und kostengünstig erbracht werden können. Um die modernen Technologien einsetzen zu können, werden Tool- und Technik-Spezialisten benötigt. Diese Spezialisten verfügen aber meist nicht über die notwendigen Kenntnisse im Kernbankengeschäft. So passiert es allzu häufig, dass auf der einen Seite ein innovatives Kundenprodukt realisiert wird. Aber auf der anderen Seite entstehen für die vollständige Erbringung der Dienstleistung im Backoffice hoch komplexe Abwicklungsstrukturen, die zu massiven Mehraufwänden führen.

Nur wer die vollständigen End-to-End-Prozesse und Anforderungen versteht und die Abhängigkeit von allen Aktivitäten kennt und diese zudem bei der Umsetzung von neuen Produkten auch berücksichtigt, wird in der Lage sein, unter Verwendung aller neuen Technologien nachhaltig wirtschaftlich erfolgreiche Produkte zu verkaufen.

andrion ag verfügt über Spezialisten mit ausgewiesener Core-Banking-Expertise, die

  • die einzelnen Bereiche des Core Bankings im Detail kennen
  • die Abhängigkeiten der verschiedenen Themen verstehen
  • somit die entsprechenden Lösungen definieren können.

Produkte-Innovation, Digitalisierung, Banking 4.0, etc. werden den Marktauftritt sowie die Produktegestaltung prägen. Wer aber die Grundfunktionen vergisst, wird über die Zeit nicht reüssieren!

andrion bietet folgende Core-Banking-Expertise

  • Kundenstammdaten inklusive On-boarding Prozesse
  • Kontoführung inklusive Kontoabschluss und Zinsausweise
  • Finanzinstrument Daten
  • Wertschriftenverwaltung im Sinne von Positionsführung und Positionsverwaltung
  • Handelstransaktionen in verschiedenen Produkten und Märkten
  • Clearing und Settlement von Wertschriftentransaktionen
  • Payment-Services
  • Messaging
  • Kredite
Autor:

Guido Meier - Chairman & Partner andrion ag

Guido Meier

Guido Meier ist seit 2009 Partner bei andrion. In seiner Rolle ist er mitverantwortlich für die kontinuierliche Weiterentwicklung des Unternehmens und der Mitarbeitenden. Er kümmert sich darum, dass die andrion Werte aktiv gelebt und nach aussen getragen werden.

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