Disruptive Banking

Regulatorische Reformen - andrion ag

Disruptive Banking – eine Chance für Banken

Die Fintech-Szene wächst und wächst. Die Banken haben ihre anfängliche Abwehr aufgegeben und interessieren sich mehr und mehr für die Angebote, aber auch die Arbeitsweise der «jungen Wilden». Denn agile Projektmethoden und der Fokus auf den Kunden und sein Bedürfnis bringen auch die etablierte Bankenwelt im sich verändernden digitalen Zeitalter voran. Wie können beide Seiten voneinander profitieren und was braucht es für die Umsetzung?

Die von der Swisscom zusammen mit e-foresight monatlich veröffentlichte Swiss FinTech Start-up Map zählte per August 2018 270 Schweizer Start-ups, welche in den Kategorien Investing and Asset Management, Market Information and Advisory Portal, Payment, Crowdfunding, Crypto, Data Driven Insights, Incumbent und Insurance tätig sind. Die Übersicht umfasst Firmen mit B2B- wie auch B2C-Geschäftsmodellen. Um sich am Markt erfolgreich zu positionieren und gegen konkurrenzierende Angebote zu differenzieren, revolutionieren Fintechs Nutzererlebnis, Art der Leistungserbringung, Qualität und Preis und setzen Produkte kostengünstig und agil um.

Nach der ursprünglichen Befürchtung, dass Fintechs primär die etablierten Geschäftsmodelle der Banken gefährden, erkennen Finanzinstitute heute vermehrt die Chance, sich über Akquisitionen oder Kooperationen Know-how und Technologie von innovativen und agilen Fintechs zu erschliessen.

Nach einem Höhepunkt im Jahr 2016 mit 28 Mrd. Dollar wurden im Jahr 2017 weltweit immerhin noch rund 24 Mrd. Dollar in Fintechs investiert. Die Bank Santander führt diese Rangliste an mit rund 20 Investitionen (Quelle Financial Technology Partners, FintechInsights). Unter den Top-3-Banken, die aktiv in Fintechs investieren, finden sich auch Credit Suisse und UBS. Die Schweizer Fintech- und Banken-Szene organisiert sich in Verbänden und Fintech-Hubs, wie zum Beispiel «Swiss Fintech Innovations» oder «Swiss Fintech + Technology Association». Das erklärte Ziel der Verbände ist es, die Entwicklung von digitalen Innovationen und den Austausch zwischen den Bank- und Fintech-Ökosystemen zu fördern und zu etablieren.

In welchen Bereichen tragen Fintechs nun zur Weiterentwicklung der Finanzbranche bei:

  • Geschäftsmodelle: Fintechs haben die einmalige Gelegenheit, auf der grünen Wiese innovative und disruptive Geschäftsmodelle zu entwickeln und kostengünstig am Markt zu testen – ohne Einschränkungen durch unflexible Legacy-Systeme oder einengende Prozesse.
  • Community / Ökosysteme: Die neuen und disruptiven B2C-Geschäftsmodelle richten sich oft an eine Nutzer-Community und an Ökosysteme. Schlüsselkompetenzen sind Aufbau, Aktivierung und Monetarisierung der Community oder des Ökosystems.
  • Nutzererlebnis: Um sich als Fintech an der Kundenschnittstelle etablieren zu können, ist ein aussergewöhnliches Nutzerlebnis unabdingbar. Fintechs haben einen entscheidenden Einfluss und prägen die Erwartungen des Nutzers an User Experience und User Journey.
  • Agile Innovations- und Entwicklungsprozesse: Erfolgreiche Fintechs entwickeln und testen nah am Kunden und setzen auf agile Innovations- und Entwicklungsprozesse. Kurze und kosteneffiziente Innovationszyklen und rasche Time-to-market sind der Schlüssel.
  • Technologie: Technologie bildet die Basis der meisten innovativen Geschäftsmodelle. Fintech-Startups treiben Technologien wie Blockchain, API-Plattformen und viele weitere voran.

In welcher Form können Finanzinstitute profitieren und konkreten Nutzen aus der Zusammenarbeit mit Fintechs ziehen?

Die Bank verfügt nach wie vor über das zentrale Asset in der Kundenbeziehung: Vertrauen. Gemäss der Retail Banking Studie 2017 der Hochschule Luzern ist die Wechselwilligkeit der Kunden in der Schweiz noch sehr tief. Nur gerade 1 Prozent der 2’486 in der Studie befragten Personen plant, die Hauptbankbeziehung zu wechseln. Weitere 5 Prozent überlegen sich, eine neue Hauptbankenbeziehung aufzubauen.

Diese vermeintlich «beruhigende» Feststellung wird jedoch in der Studie auch relativiert: Mehr als 20 Prozent der befragten Personen geben an, dass sie sich interessanten Konkurrenzangeboten nicht verschliessen würden und bereit wären, die Hauptbank zu wechseln.

Eine Möglichkeit, die starke Kundenbindung mit den Vorteilen einer gezielten Zusammenarbeit mit Fintechs zu kombinieren und so die Kundenschnittstelle nachhaltig zu sichern ist, dass die Bank als «Trusted Partner» auftritt. Die Bank stellt ihren Kunden über den Kanal ihrer Wahl einen Überblick über ihre aktuelle Vermögenssituation zur Verfügung. Sie aggregiert sozusagen alle Daten und Informationen sowie passende verfügbare Angebote und ermöglich den Kunden so ein «One-Stop-Shopping» in finanziellen Angelegenheiten.

Folgende Voraussetzungen sind zu schaffen:

  • Strategische Verankerung: Strategische Verankerung eines Open-Innovation-Prozesses in der Unternehmung. Damit wird die Kompetenz und Fähigkeit aufgebaut, Trends und Technologien aufzunehmen und mittels «Minimal Viable Product» fassbar und erlebbar zu machen und bei erfolgreichem Markttest in eigene Lösungen oder Produkte zu überführen.
  • Aktive Community: Aufbau und Orchestrierung eines digitalen Ökosystems, welches den Kunden echten und wahrnehmbaren Zusatznutzen zur reinen Bankdienstleistung bietet.
  • Konsistente User Experience: Sicherstellen einer attraktiven und über alle Kanäle und Touchpoints konsistenten User Experience.
  • Offene Infrastruktur: Bereitstellen einer verlässlichen und vertrauenswürdigen offenen Plattform mittels standardisierten und gesicherten APIs. Partner können Daten (z.B. Kontodaten) abrufen und Geschäftsprozesse in der Bank auslösen.

Doch die wenigsten Banken sind auf diese komplexen Herausforderungen vorbereitet. Noch herrscht Silodenken vor, arbeiten Business und Technologie noch nicht Hand in Hand. Geschweige denn, dass die neu hinzukommenden Schnittstellen nach aussen im übergreifenden Ökosystem gestaltet und verwaltet werden können. Es braucht fachliche und technologische Expertise, damit tragfähige neue Strategien und Geschäftsmodelle für das digitale Zeitalter definiert werden können. Es braucht aber vor allem die richtigen Methoden, mit denen die Partner durch die lösungsorientierte Konzeption von digitalisierter Ende-zu-Ende-Wertschöpfung und deren erfolgreiche Implementation über alle Schnittstellen hinweg navigiert werden können. Projekte dieser Art sind nur in Co-Kreation der Beteiligten und durch agiles Projektmanagement möglich. Es lohnt sich, für die Methodik, die Moderation und die Umsetzung externe neutrale Experten hinzuziehen.

In folgenden Bereichen kann Sie andrion in der Umsetzung Ihrer digitalen Vorhaben unterstützen:

  • Strategie & Geschäftsmodell: Wir entwickeln mit unseren Kunden tragfähige und nachhaltige Geschäftsmodelle und unterstützen deren Umsetzung pragmatisch.
  • User Experience & Journey: Wir unterstützen unsere Kunden bei der Konzeption und Umsetzung moderner Nutzerschnittstellen über digitale Kanäle.
  • Digital Customer Portal Solution: Wir unterstützen unsere Kunden, die digitale Kundenschnittstelle über sämtliche Kanäle mit personalisierten und intelligenten Inhalten zu implementieren und so ein aussergewöhnliches Nutzererlebnis zu schaffen.
  • Agile Projektmethoden: Projekte sind unsere Passion. Wir unterstützen unsere Kunden in der Umsetzung ihrer anspruchsvollen Projekte mittels agilen Methoden. Gemeinsam entwickeln und testen wir Minimal Viable Products am Markt und schaffen so innovative und nachhaltige Business-Lösungen mit Mehrwert.

 

Autor: Christian Bieri

Christian Bieri ist seit dem 1. März 2018 als Mitglied der Geschäftsleitung und CFO für die Weiterentwicklung des aktuellen und zukünftigen andrion Service- und Produkteportfolios verantwortlich. Des Weiteren unterstützt er die Geschäftsleitung in den Bereichen Verkauf, Marketing & Kommunikation.

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